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Essen für die Seele – wie ihr euch vom emotionalen Essen befreit.

Knapp dreiviertel aller Menschen in Deutschland essen aus emotionalen Gründen. Obwohl ihr Körper versorgt ist, haben sie das Gefühl, dass sie etwas essen wollen – und müssen.  

Doch was ist emotionales Essen? Wie kann ich emotionalen Hunger von körperlichem Hunger unterscheiden und was kann ich gegen emotionalen Hunger tun? Diesen Fragen gehe ich in diesem Beitrag auf den Grund.

Was ist emotionaler Hunger?

Emotionaler Hunger ist kein Signal des Körpers, sondern es kommt vielmehr vom Kopf und von der Seele. Unser Körper benötigt eigentlich keine Energie, aber wir wollen sie – und zwar sofort. Wir müssen jetzt ein ganz bestimmtes Lebensmittel – meistens Süßigkeiten wie z.B. Schokolade oder Chips – essen und wir wollen dadurch ein ganz bestimmtes Gefühl auslösen.

Durch das Essen wollen wir uns besser, entspannter und insgesamt wohler fühlen – aber nach dem Festschmaus tritt meist das Gegenteil ein: Wir fühlen uns noch schlechter.

Auslöser für emotionales Essen

Für emotionales Essen gibt sehr viele unterschiedliche Auslöser. Aber alle haben eines gemeinsam: Wir haben ein negatives oder unangenehmes Gefühl, das wir betäuben, verdrängen oder umwandeln wollen.

Auslöser sind z.B. Langeweile, Belohnung, Überforderung, Unzufriedenheit, mangelnde Selbstliebe, Einsamkeit, Frust, Sorgen, Ängste, Wut, Überangebot (unser allbeliebtes All you can eat-Buffet) und vor allem Stress.

Woher weiß ich, ob ich aus emotionalen Gründen oder aus körperlichen Gründen essen will?

Unser Körper weiß sehr wohl, wann er Nährstoffe und Energie braucht – und das zeigt er uns auch. Allerdings hören wir nicht (genau genug) hin und wir ignorieren ihn und seine Signale.

Wir haben es verlernt intuitiv zu essen und auf unsere Körpersignale zu hören, gerade weil es ein Überangebot an Nahrung gibt und sie ist immer verfügbar. Deswegen fällt es vielen von uns schwer zwischen emotionalem und körperlichem Hunger zu unterscheiden.

Menschen, die auf ihren Körper hören, können die Signale, die er sendet, sehr gut interpretieren und wissen deshalb genau, wann sie wirklich Hunger haben und wann sie etwas mit Essen bewältigen oder verdrängen wollen.

Ob sie dann trotzdem etwas essen, ist allerdings noch einmal eine ganz andere Geschichte.

Aber wie äußert sich körperlicher Hunger?

Physischer Hunger entsteht in deinem Körper, vor allem im Magen. Man hat dabei ein leichtes Leeregefühl. Es äußert sich aber auch in einem Gefühl von körperlicher Schwäche, Konzentrationsschwäche oder Kopfschmerzen.

Charakteristisch ist auf jeden Fall, dass körperlicher Hunger langsam entsteht. Meist so 3-4 Stunden nach einer Nahrungsaufnahme nimmt man erste Symptome wahr, die mit der Zeit immer stärker werden. Nach und nach wird unser Verlangen, die Leere im Magen zu füllen und seine Energiereserven wieder aufzufüllen, immer größer.

Physischer Hunger richtet sich in der Regel nicht nur auf ein spezielles Lebensmittel oder Gericht. Klar hat man bestimmte Präferenzen, aber er lässt sich auch durch andere Lebensmittel stillen. Gibt man diesem Gefühl nach und isst etwas, ist man danach gesättigt, befriedigt und zufrieden – und zwar langfristig (3-5 Stunden).

Wie erkennt man emotionalen Hunger?

Bei emotionalem Hunger essen wir nicht aus körperlichen Gründen, sondern aus einer bestimmten Stimmungslage heraus. Der Magen sendet keine Signale an das Gehirn, sondern es entsteht ein Gefühl im Herzen, in der Halsregion oder im Kopf. Betroffene haben das Gefühl, ihr Kopf schreie förmlich nach Essen und oftmals Süßigkeiten (also Zucker).

Emotionaler Hunger richtet sich auf ganze bestimmte Lebensmittel, im Gegensatz zum körperlichen Hunger, und er tritt meistens schlagartig auf – man muss jetzt sofort etwas ganz bestimmtes Essen.

Isst man aus emotionalen Gründen, ist man danach (meistens) nicht befriedigt und zufrieden – ganz im Gegenteil. Wir verspüren keine Sättigung, haben ein schlechtes Gewissen und fühlen uns noch schlechter. Das Ganze endet in einem Teufelskreis.

Doch warum befriedigt uns Essen in solchen Fällen nicht?

Wenn Hunger nicht das Problem ist, dann ist Essen auch nicht die Lösung

Beim emotionalen Essen essen wir nicht aus Hunger, sondern aus einer Gefühlslage heraus. Wir versuchen bestimmte Gefühle auslösen. Aber Essen kann diese Gefühle gar nicht (dauerhaft) auslösen. Oder wie stellt ihr euch das vor, dass ihr danach nicht mehr einsam seid, die Langweile vorbei ist oder ihr euch mehr geliebt fühlt? Essen ist nur befriedigend, wenn man wirklich Hunger hat.

Vielmehr sollte man der wirklichen Ursache auf den Grund gehen und sie an der Wurzel anpacken, was allerdings die wenigstens machen.

Gefühle kann man nicht auf Dauer verdrängen und betäuben. Man muss sie wahrnehmen und sich gezielt mit ihnen auseinandersetzen. Nur so lernen wir wieder intuitiv zu essen und nicht mit Essen zu kompensieren und verdrängen.

Wie kann ich vorgehen, wenn ich wieder emotionalen Hunger verspüre? – Die besten Tipps gegen emotionales Essen

1. Wahre Ursache suchen.

Wenn Hunger nicht die Ursache ist, was ist es dann? Langeweile? Stress? Einsamkeit?

Um die Ursache zu finden, ist es wichtig sein eigenes Essverhalten zu analysieren und zu reflektieren. Wenn wieder plötzlich das Gefühl aufkommt, dringend etwas essen zu müssen, so fragt euch: Habe ich wirklich Hunger? Woher kommt dieses Gefühl? Fühle ich mich schwach? Oder kommt es aus meinem Herzen und meiner Seele? Will ich mich danach glücklich und besser fühlen?

Seid wirklich ehrlich zu euch. In den meisten Fällen weiß man dadurch sehr schnell, ob man wirklich Hunger hat oder nur aus emotionalen Gründen isst.

Ist dies der Fall, so geht folgenden Satz im Kopf durch: Wenn ich keinen Hunger habe, so ist Essen auch nicht die Lösung.

Nun könnt ihr der oder den Ursachen auf den Grund gehen.

Warum habe ich das Bedürfnis zu essen? Was steckt dahinter? Was fühle ich im Moment?

Lasst eure Gefühle und den Schmerz zu, anstatt sie zu betäuben und verdrängen. Sie sind hier, um euch etwas zu sagen. Nur wenn ihr eure Gefühle annehmt, könnt ihr die wahre Ursache finden.

Sucht euch jemanden zu reden, sei es der Partner oder eine Freundin, oder schreibt eure Gefühle nieder. Werdet euch bewusst, was euer wahres Problem ist. Seid ihr einfach nur gestresst? Fühlt ihr euch einsam? Stört euch etwas an der Beziehung mit eurem Partner?

2. Lösung oder Ersatz finden.

Habt ihr eure Gefühle und Emotionen zugelassen, reflektiert und möglicherweise eine Ursache gefunden, so gilt es nun eine Lösung bzw. einen Ersatz für das Essen zu finden.

Denn wenn Hunger nicht das Problem ist, ist Essen auch nicht die Lösung – sofern ihr nicht festgestellt habt, dass es wirklich körperlicher Hunger ist.

Hierbei kommt es natürlich ganz auf das Problem an. Jeder muss für sich selbst entscheiden und ausprobieren, wie er dieses lösen kann.

Belasten euch zwischenmenschliche Probleme, sucht gezielt das Gespräch. Redet mit der betroffenen Person darüber oder auch erst einmal mit einer dritten, außenstehenden Person und teilt eure Gefühle mit ihr.

Fühlt ihr euch einsam, ruft einen Freund an oder verabredet euch.

Seid ihr gestresst, so probiert es vielleicht mit Sport. Powert euch richtig aus. Auch Yoga, Achtsamkeitsübungen und Mediation sind sehr gute Stressbewältigungsstrategien.

Verspürt ihr wieder das plötzliche Verlangen nach Essen, könnt ihr auch ein anderes Ritual etablieren. Lasst euch ein Bad ein, trinkt einen Tee oder lest ein Buch. Vertieft euch in andere Dinge, die euch ablenken.

Findet eine Lösung oder wenigstens einen Ersatz für emotionales Essen, das euch glücklich macht.

Schreibt auf, was euch stört und nervt – auch wenn es banale Dinge sind – und sucht dafür eine Lösung.

Werdet euren Ballast los, anstatt noch mehr anzuhäufen.

Weitere Tipps, die euch langfristig helfen mehr auf euren Körper zu hören und emotionales Essen zu verhindern:

1. Intuitiv essen.

Intuitives Essen bedeutet seinen Körper anzunehmen, wertzuschätzen und zu lieben. Die Signale des Körpers wahrzunehmen und darauf zu vertrauen.

Esst langsam und bewusst. Kaut jeden Bissen genüsslich und unterscheidet nicht immer in „gute“ und „böse“ Lebensmittel. Klar gibt es Lebensmittel, die eindeutig mehr Nährstoffe liefern als andere, aber wenn ihr auf euren Körper hört, so sagt er euch genau was er braucht.

Balance is the key.

Nährt euren Körper, anstatt eure Gefühle zu betäuben.

2. Handelt aus einem stärkeren Selbstbild.

Jeder hat ein ganz bestimmtes Bild von sich selbst.

Entweder sieht man sich als selbstbewusste, starke und schöne Person oder man zweifelt an seinen Fähigkeiten, fühlt sich schwach, unliebenswürdig und undiszipliniert.

Im zweiten Fall sollte man dringend an seinem Selbstbild arbeiten. Denn wenn ihr denkt, dass ihr nicht genug seid, dann handelt ihr auch so.

Unsere Gedanken entscheiden, wie wir uns fühlen und unsere Gefühle entscheiden darüber, wie wir handeln. Im Umkehrschluss bedeutet das: Negative Gedanken, negatives Handeln.

Du bist, was du denkst.

Alles beginnt in eurem Kopf!

Befreit euch aus diesem Kreislauf und fangt an, anders über euch zu denken.

Denn ihr seid stark, liebenswürdig, wunderschön – und vor allem seid ihr es wert!

Ihr seid die stärkste Person, die ihr kennt. Mit eurem Mut, eurer Stärke und eurem Selbstvertrauen schafft ihr alles, was ihr wollt.

Ich hoffe, euch ist klar geworden, was emotionales Essen ist und was ihr dagegen tun könnt. Emotionales Essen hat immer seine Gründe. Findet diese und ihr seid ein ganzes Stück weiter.

Solltet ihr noch weitere Fragen haben, so meldet euch bei mir unter kontakt@wheresmotivation.de. Ich freue mich sehr, von euch zu hören.

As always love and a happy day,

Lisa.

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